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Erkennen, was die Welt zusammenhält

Der Aufsatz beschäftigt sich mit der Frage, ob eine Systemtheorie, in deren Zentrum die funktionelle Differenzierung steht, einen analytischen Rahmen für eine über die deskriptive Auflistung einzelner Faktoren hinausgehende Erklärung der zu der jüngsten internationalen Krise des Finanzsystems führenden Entwicklung bietet. Die Frage ließe sich nur bejahen, wenn funktionelle Differenzierung auf Leistung bezogen wird, das Finanzsystem als von der produzierenden Wirtschaft getrenntes Teilsystem betrachtet wird und das Eigeninteresse der Akteure im Teilsystem sowie die von externen Akteuren tatsächlich nachgefragten Leistungen in die Analyse einbezogen werden. Das würde verlangen, der Systemtheorie einen akteurtheoretischen Boden einzuziehen. Da damit Macht ins Zentrum der Analyse rückt, müsste auch die Verschränkung funktioneller und stratifikatorischer Differenzierung thematisiert werden. Diese theoretischen Modifikationen und Erweiterungen passen kaum unter das Dach der gängigen Theorie funktioneller Differenzierung, sondern begründen einen anderen, zugleich stärker historischen analytischen Ansatz.

Informationen

Titel:
Erkennen, was die Welt zusammenhält
Untertitel:
Die Finanzmarktkrise als Herausforderung für die soziologische Systemtheorie
Autor_in:
Mayntz, Renate
Herausgeber_in:
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
Gruppe/n:
Sonstiges
Ort:
Köln
Verlag:
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
Erscheinungsjahr:
2013
Reihe:
MPIfG Discussion Paper 13/2

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Erfassungsdatum: 21.03.2013