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„Subjekt und Klasse. Zur Dialektik von Position und Disposition junger IndustriearbeiterInnen“

Aus dem einleitenden Teil: "(...) Das Forschungsprojekt geht von einer anhaltenden strukturierenden Wirkung sozialer Klassen aus und beschäftigt sich am Beispiel junger IndustriearbeiterInnen mit der Frage, wie sich soziale Herkunft in ihrer Lebensgestaltung manifestiert. Grundlage der Studie bilden zwanzig problemzentrierte Interviews mit ArbeiterInnen im Alter von 20 bis 34 Jahren, die mittels rekonstruktiver, hermeneutischer Verfahren ausgewertet wurden. Mit Rückgriff auf den theoretischen Werkzeugkasten von Pierre Bourdieu wird gezeigt, wie sich der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt im Wechselspiel von sozialen Bedingungen und habituellen Dispositionen entfaltet. Darauf aufbauend wird untersucht, wie sich die Auseinandersetzung mit den konkreten Arbeitsbedingungen vor dem Hintergrund klassenspezifischer Prägungen gestaltet und damit auch zu einer Verfestigung der Klassenpositionen beiträgt. Die Arbeit legt Wirkungsmechanismen sozialer Klasse auf individueller Ebene frei und macht dadurch interindividuelle Variationen des Phänomens ebenso deutlich wie übergreifende Strukturen sozialer Reproduktion. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum besseren Verständnis der Mechanismen der Aufrechterhaltung und (Wieder-)Herstellung sozialer Ordnung, macht aber auch einen konzeptionellen Vorschlag, wie soziale Klasse wieder für eine arbeitssoziologische Analyse fruchtbar gemacht werden kann. (...)"

Informationen

Titel:
„Subjekt und Klasse. Zur Dialektik von Position und Disposition junger IndustriearbeiterInnen“
Autor_in:
Altreiter, Carina
Gruppe/n:
Sonstiges
Ort:
Wien
Erscheinungsjahr:
2017
Anmerkungen:
Dissertation an der Universität Wien, Institut für Soziologie, angestrebter akademischer Grad Doktorin der Philosophie (Dr. phil)

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Erfassungsdatum: 22.11.2017

Weiterführende Publikationen zu diesem Thema

  • Aus dem einleitenden Teil: "Die soziale Klassenherkunft von Individuen gilt spätestens seit Ulrich Beck und der Durchsetzung der Individualisierungsthese (1994) vielen als obsolet. In jüngster Zeit wird diesem totgesagten Begriff wieder verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet. Insbesondere die vom französischen Soziologen Pierre Bourdieu inspirierte Forschung hat dem Begriff der sozialen Klasse im Sinne einer analytischen Kategorie wieder zu neuem Aufwind verholfen. Eine aktuelle Studie über junge IndustriearbeiterInnen in Österreich zeigt, wie ihre Klassenherkunft den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt prägt, wie sie die Auseinandersetzungen mit konkreten Arbeitsbedingungen formt und im Lebensverlauf zu einer Verfestigung von Klassenpositionen beiträgt. Auf der Grundlage von Fallgeschichten wird deutlich, wie sich – durchaus spannungsgeladen – die Aufrechterhaltung sozialer Ordnung auf individueller Ebene vollzieht. Im vorliegenden AMS info fasst die Autorin die zentralen Überlegungen ihrer Studie zusammen, die als Dissertation an der Universität Wien angenommen und 2017 mit dem Theodor- Körner-Preis ausgezeichnet wurde. (...)"
    Autor_in:
    Altreiter, Carina