Zurück zur vorherigen Seite
Passagen und Passantinnen - biographisches Lernen zwischen institutionellen Vorgaben, sozialen Milieus, kulturellen Zuweisungen und eigenen Wünschen
Aus dem einleitenden Teil: "Statuspassagen sind Orte, an denen sich "wie kaum sonst wo die Reise darstellen kann", wo sich die Bedingungen des Handelns mit den Motivationen und Ressourcen der Handelnden treffen. Jede Statuspassage hat ihre eigenen Rahmungen, Muster, Regeln, Anforderungen, Ressourcen, aber nicht jede Passage ist gleichermaßen wichtig für die Weiterreise. Von besonderer Bedeutung für die Weiterreise sind in modernen, arbeitsteilig und zweigeschlechtlich strukturierten Gesellschaften mit begrenzten und deshalb umkämpften Ressourcen die Statuspassagen Berufsfindung, Berufsausbildung und -einmündung sowie die Familiengründung.. Sie sind herausgehobene Orte und Zeiten der (Re-)Formulierung und Modifizierung der in einer Arbeitsgesellschaft geltenden institutionellen Muster, der Strukturen sozialer Ungleichheit sowie der jeweiligen Geschlechterverhältnisse und -ordnungen. Statuspassagen sind institutionell gerahmte "sensible Phasen" (BLOSSFELD 1988, 45), die die Akteurinnen und Akteure hinsichtlich der Wahl und Gestaltung ihrer Handlungen in besonderer Weise fordern und -biographische Lernprozesse anstoßen. (...)"