Arbeitsmarktbezogene soziale Dienstleistungen in Niederösterreich
Arbeitsmarktbezogene soziale Dienstleistungen in Niederösterreich
Aus dem einleitenden Teil: "Beratungs- und Betreuungseinrichtungen (BBE), Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte (GBP) und Sozialökonomische Betriebe (SÖB) sind ein zentraler Bestandteil der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Niederösterreich. Diese arbeitsmarktbezogenen sozialen Dienstleistungen verfolgen das Ziel, beschäftigungslose Personen mit Unterstützungsbedarf auf dem Weg (zurück) in Beschäftigung zu begleiten. Vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosigkeit und gleichzeitig enger werdender finanzieller Spielräume steht das Feld vor der Herausforderung, Versorgungssicherheit und Qualität unter veränderten Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln. Der vorliegende Endbericht bündelt die Ergebnisse einer Studie zur Lage arbeitsmarktbezogener sozialer Dienstleistungen in Niederösterreich. Diese basieren auf einer Bestandsaufnahme der Projektlandschaft 2024, qualitativen Fallstudien und einer quantitativen Online-Befragung von Trägerorganisationen (n=32). Analysiert werden zentrale Systemfragen entlang von Kohärenz (typische Unterstützungswege und Bruchstellen), Durchlässigkeit (Übergänge Richtung erster Arbeitsmarkt) sowie Finanzierung und Organisation. Die Ergebnisse zeigen ein breit ausgebautes, zugleich aber heterogenes und teils kleinteilig organisiertes Feld. In den Fallstudien wird eine zunehmende Komplexität von Problemlagen der Kund:innen sichtbar - insbesondere durch einen Anstieg an psychischen Belastungen. Wiederkehrende Bruchstellen entstehen in der Integrationskette an Übergängen zwischen Angeboten und bei Trägerwechsel. Gleichzeitig werden engere Kooperationen zwischen Beratung und Beschäftigung als sinnvoller Hebel zur Reduktion von Informationsverlusten und Doppelstrukturen gesehen. Bei Beschäftigungsprojekten wird die aktuelle Dauer von Transitarbeitsplätzen häufig als zu kurz eingeschätzt. Schlüsselarbeitskräfte mit Outplacement-Funktion können zur Steigerung von nachhaltigen Vermittlungen auf den ersten Arbeitsmarkt beitragen. Unternehmensnahe Beschäftigungsmodelle (z.B. Arbeitskräfteüberlassung) werden mehrheitlich als wirksam bewertet. Querschnittlich wird Planungsunsicherheit als Risiko für Personalbindung („Schlüsselarbeitskräfte“) und damit für die langfristige Qualität der Angebote hervorgehoben. (…)“
Aus dem einleitenden Teil: "Beratungs- und Betreuungseinrichtungen (BBE), Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte (GBP) und Sozialökonomische Betriebe (SÖB) sind ein zentraler Bestandteil der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Niederösterreich. Diese arbeitsmarktbezogenen sozialen Dienstleistungen verfolgen das Ziel, beschäftigungslose Personen mit Unterstützungsbedarf auf dem Weg (zurück) in Beschäftigung zu begleiten. Vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosigkeit und gleichzeitig enger werdender finanzieller Spielräume steht das Feld vor der Herausforderung, Versorgungssicherheit und Qualität unter veränderten Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln. Der vorliegende Endbericht bündelt die Ergebnisse einer Studie zur Lage arbeitsmarktbezogener sozialer Dienstleistungen in Niederösterreich. Diese basieren auf einer Bestandsaufnahme der Projektlandschaft 2024, qualitativen Fallstudien und einer quantitativen Online-Befragung von Trägerorganisationen (n=32). Analysiert werden zentrale Systemfragen entlang von Kohärenz (typische Unterstützungswege und Bruchstellen), Durchlässigkeit (Übergänge Richtung erster Arbeitsmarkt) sowie Finanzierung und Organisation. Die Ergebnisse zeigen ein breit ausgebautes, zugleich aber heterogenes und teils kleinteilig organisiertes Feld. In den Fallstudien wird eine zunehmende Komplexität von Problemlagen der Kund:innen sichtbar - insbesondere durch einen Anstieg an psychischen Belastungen. Wiederkehrende Bruchstellen entstehen in der Integrationskette an Übergängen zwischen Angeboten und bei Trägerwechsel. Gleichzeitig werden engere Kooperationen zwischen Beratung und Beschäftigung als sinnvoller Hebel zur Reduktion von Informationsverlusten und Doppelstrukturen gesehen. Bei Beschäftigungsprojekten wird die aktuelle Dauer von Transitarbeitsplätzen häufig als zu kurz eingeschätzt. Schlüsselarbeitskräfte mit Outplacement-Funktion können zur Steigerung von nachhaltigen Vermittlungen auf den ersten Arbeitsmarkt beitragen. Unternehmensnahe Beschäftigungsmodelle (z.B. Arbeitskräfteüberlassung) werden mehrheitlich als wirksam bewertet. Querschnittlich wird Planungsunsicherheit als Risiko für Personalbindung („Schlüsselarbeitskräfte“) und damit für die langfristige Qualität der Angebote hervorgehoben. (…)“